
PED: Anwendungsbereich von Druckgeräten und CE-Konformität
Ein Druckgeräteprojekt beginnt mit dem tatsächlichen Produkt und seinen Grenzen. Anwendungsbereich, Einstufung und Bewertungsverfahren müssen zusammenpassen, bevor der Hersteller die CE-Anforderungen abschließt.
Gerät und Zielmarkt bestimmen
Die EU-Druckgeräterichtlinie betrifft Auslegung, Herstellung und Konformitätsbewertung von Druckgeräten und Baugruppen mit einem maximal zulässigen Druck PS über 0,5 bar, vorbehaltlich ihrer Ausnahmen. Erfassen Sie Funktion, Fluid, PS, zulässige Temperatur und Behältervolumen V beziehungsweise Rohrleitungsnennweite DN. Der Betriebsdruck allein reicht als Einstufungsangabe nicht aus.
Unterscheiden Sie Behälter, Rohrleitung, druckhaltendes Ausrüstungsteil, Sicherheitsausrüstung und Baugruppe. Bei einer Baugruppe müssen auch Integration und Schutz gegen die Überschreitung zulässiger Grenzen bewertet werden. Nachweise einzelner Komponenten ersetzen diese Bewertung nicht.
Den zutreffenden Weg wählen
Prüfen Sie Artikel 4 und die passende Tabelle in Anhang II anhand von Geräteart und Fluidklassifizierung. Geräte nach Artikel 4(3) folgen guter Ingenieurpraxis (SEP), erhalten ausreichende Betriebsanleitungen und keine CE-Kennzeichnung nach PED. Andere EU-Rechtsakte können CE unabhängig verlangen. Für Geräte mit wesentlichen Sicherheitsanforderungen gilt ein kategoriegerechtes Verfahren.
Angenommen, ein Hersteller ergänzt einen CE-gekennzeichneten Druckluftbehälter um Rohrleitungen, Heizung und Druckabsicherung und verkauft eine funktionale Baugruppe. Bewahren Sie die Komponentennachweise auf, prüfen Sie aber zusätzlich Baugruppengrenze, Integration und Schutz. Bezeichnen Sie den Behälternachweis nicht als Freigabe der neuen Baugruppe.
Verantwortung und Befugnisse klären
Der Hersteller weist die Konformität nach, führt die technische Dokumentation und erstellt gegebenenfalls die EU-Konformitätserklärung. Eine notifizierte Stelle übernimmt nur ihre notifizierten Aufgaben im gewählten Verfahren. Auslegungs-, Werkstoff-, Verbindungs- und Abschlussprüfnachweise müssen zur gefertigten Ausführung passen.
Nennen Sie bei einer Kayra-Anfrage Produkt, Markt und gewünschte Tätigkeit. Zulässige Rolle, Befugnis und Unparteilichkeit sind vor einer Auftragsannahme zu klären. Hier wird Kayra nicht als PED-Stelle bestellt und kein Zertifikat zugesagt. Produktkonformität ersetzt keine anwendbaren Prüfpflichten während des Betriebs.
Fragen zu diesem Zweck
Bedeutet PS über 0,5 bar automatisch PED-CE?
Nein. Ausnahmen, Schwellenwerte und der zutreffende Bewertungsweg müssen zusätzlich geprüft werden.
Decken Komponentenzertifikate die Baugruppe ab?
Sie stützen die Komponentennachweise; Integration und Schutz der Baugruppe brauchen die zutreffende Bewertung.
Übernimmt ein Berater die Herstellererklärung?
Unterstützung überträgt weder die Konformitätsverantwortung noch schafft sie eine Notifizierung.
Thema vertiefen
Die Leitfäden erläutern Umfang und praktische Fragen dieses Bereichs und führen zu Einzelheiten für Ihre Situation.
Weitere PED-Leitfäden
- PED: Von Gerätedaten zum Konformitätsverfahren
- PED: Hersteller, notifizierte Stelle und Genehmigungsaufgaben
- PED: Technische Unterstützung und Bewertungsstellen auswählen
- PED: Technische Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
- PED: Kostenfaktoren und Projektterminplan
- PED: Erklärung, Stellenunterlagen und Umfang prüfen
- PED: Änderungen, Verlängerung und Fertigungsüberwachung
- PED: Konformitätsbewertung und Abschlussprüfung
- Wann PED gilt: Grenzen, Ausnahmen und SEP
- PED-Fragen: Anwendungsbereich, SEP, Prüfung und CE
- PED-Einstufung: Kategorie, Modul und SEP-Daten
PED-Anfrage: Umfang und Tätigkeit
Übermitteln Sie Geräte- oder Baugruppengrenze, Fluid, PS, Temperatur, V oder DN und Zielmarkt. Klären Sie zunächst die zulässige Tätigkeit und Verantwortlichkeiten.